Darf man Orchideen in Blumenerde pflanzen?

Ludisia discolor

Welche Erde eine Orchidee benötigt, hängt von ihrer Herkunft ab. Davon, an welchen Lebensraum sie sich anpassen musste. Es gibt Orchideen die im Boden wachsen, auf Bäumen oder Steinen sitzend, selbst in Sümpfen sind welche zu finden.

Spezial-Substrate sind ab 3,50 € im Supermarkt zu erhalten. Darin können viele Zimmer-Orchideen gut und lange gedeihen. Viel günstiger ist Blumenerde nicht.

Die populären Zimmer-Orchideen stammen zumeist aus tropischen und subtropischen Regionen. Wo sie häufig auf Bäumen sitzend wachsen, damit sie mehr Licht erhalten. Auf dem Waldboden wäre es zu dunkel für sie.

Pflanzen die auf Bäumen sitzend wachsen werden in der Fachsprache als Epiphyten bezeichnet. Sie beziehen ihr Wasser aus Regen, Nebel und Tau. Erde finden sie in den Baumkronen, wenn überhaupt, in Astgabeln, in Form von verrottenden Blättern. Oder ihre Wurzeln kriechen am Baumstamm entlang. Wie das aussehen kann, zeigt das Video.

Epiphyten sind Überlebenskünstler, die mit wenig Nährstoffen auskommen müssen und notfalls auch kurze Trockenperioden überstehen können. Aus diesem Grund dienen bei einigen Orchideen die dicken Blätter als Wasserspeicher. Auch ihre Wurzeln sind dafür optimiert.

Was macht eine Orchidee, die aus ihrem Lebensraum gerissen wird?

Was Überlebenskünstler ebenfalls können ist, mit Bedingungen auszukommen, an die sie nicht angepasst sind. Zumindest für einige Zeit. In der sie für Nachwuchs sorgen. In Form von feinen Samen, die der Wind bis in die Baumkronen trägt.

Das macht eine Orchidee, wenn sie vom Baum fällt. Sie versucht so lange wie möglich zu überleben. Beobachten lässt sich das auch bei Zimmer-Orchideen. Die beginnen zu blühen, obwohl ihre Wurzeln verfault sind. Sie verwenden ihre letzten Reserven um das Überleben der Art zu sichern.

Orchidee in Blumenerde

Diese Phalaenopsis-Orchidee wächst seit 2 Jahren in Blumenerde.

Die oben gezeigte Phalaenopsis-Hybride zählt zu den Epiphyten. Beim Schreiben dieses Artikels, im November 2016, überlebte sie schon 2 Jahre in Blumenerde. Sie blüht jährlich, es erscheinen neue Blätter und Luftwurzeln.

Ob sich die Orchidee in dieser Form der Kultur „wohl fühlt“, vermag ich nicht zu sagen. Sie schwitzt auch im Herbst und Winter stärker als meine in Orchideensubstrat wachsenden Exemplare. Für gewöhnlich erscheinen die klebrigen Tröpfchen nur während der warmen Sommerwochen.

Aber sie überlebt und ich bin gespannt, wie lange.

Orchidee Wassertröpfchen

Auch Pflanzen können schwitzen, sie scheiden überschüssiges Wasser durch die Blätter aus. Das wird in der Fachsprache Guttation genannt.

Zimmer-Orchideen denen Blumenerde nicht schadet.

Frauenschuh-Orchidee

Die Arten aus der Gattung Paphiopedilum (Frauenschuh, Venusschuh) wachsen überwiegend terrestrisch, also in der Erde. Sie lassen sich gut in torffreier Gemüseerde oder Blumenerde pflegen.

Ludisia discolor

Die Juwelorchidee (Ludisia discolor) gedeiht gut in handelsüblicher Blumenerde. Die ich, wie im Bild oben zu sehen ist, mit Pinienrinde bedeckt habe, weil das schön aussieht.

Miltonidium „Bartley Schwarz

× Miltonidium „Bartley Schwarz“ ist durch Kreuzung entstanden. Im Handel wird sie als „Cambria“ verkauft. Sie wächst bei mir in Blumenerde und scheint sie gut zu vertragen. Im Gegensatz zur Phalaenopsis-Hybride schwitzt sie nicht. Desweiteren hängt sie neben einem im Sommer und Herbst gekippten Fenster. Was ihr ebenfalls nicht zu schaden scheint.

Zimmer-Orchideen die besser nicht in Blumenerde gepflanzt werden.

Phalaenopsis-Orchidee

Die beliebten Phalaenopsis-Hybriden stammen von Arten ab, die epiphytisch wachsen. Sie können über 10 Jahre alt werden und sind in Orchideensubstrat besser aufgehoben.

Dendrobium-Orchidee

Dendrobium-Arten wachsen epiphytisch, ihre Kultursorten reagieren auf Blumenerde wie die Phalaenopsis-Hybriden.

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