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Pachira aquatica

Glückskastanie

Die Glückskastanie (Pachira aquatica) oder Pachira, wie sie zumeist genannt wird, ist ein aus Mittelamerika stammendes Wollbaumgewächs (Bombacoideae*).

Sie gilt als heikel, was daran liegen dürfte, dass sie gerne geflochten und in zu kleine Töpfe gequetscht angeboten wird. Ausführliche Informationen und Bilder, habe ich in diesem Absatz zusammengestellt.

Die Pachira ist, wenn sie ausreichend Platz hat um sich zu entfalten und nicht überwässert wird, eine robuste und pflegeleichte Zimmerpflanze.

Pachira aquatica

Pachira aquatica (Glückskastanie)

Pflege
  1. Standort: vollsonnig bis halbschattig
  2. Substrat: Blumenerde, Kübelpflanzenerde, Palmenerde – pur oder aufgelockert mit Tongranulat
  3. Gießen: die Erde sollte fast austrocknen dürfen zwischen den Wassergaben
  4. Düngen: Flüssigdünger alle 4 bis 8 Wochen, Stäbchen im Frühjahr und Sommer
  5. Temperatur: Zimmertemperatur ganzjährig, nicht für längere Zeit unter 10 °C im Winter
  6. Vermehren: Stecklinge

Standort: Optimal ist ein sonniger bis heller Standort. Die Pachira wächst aber auch im Halbschatten.

Substrat: Wer nicht zum übergießen neigt, verwendet handelsübliche Blumen-, Kakteen- oder Kübelpflanzenerde.

Wer sich dessen nicht sicher ist, mischt die oben genannten Substrate entweder mit Bimskies oder Tongranulat im Verhältnis 1:1.

Gießen: Gegossen werden sollte erst, wenn die Erde so gut wie ausgetrocknet ist. Auch das gelegentliche Austrocknen des Topfballens wird vertragen.

Vom Frühjahr bis in den Herbst, wenn sich die Glückskastanie im Wachstum befindet, kann man durchdringend gießen. Das Substrat darf sich mit Wasser vollsaugen. In den Untersetzer ablaufende Reste werden nach ein paar Minuten entfernt.

Während der kalten Jahreszeit wird nur schlückchenweise gewässert. Vor allem die halbschattig oder kühl platzierten Exemplare benötigen jetzt nur wenig Wasser, da sie ihr Wachstum einstellen.

Düngen: Im ersten Jahr nach dem Kauf oder Umtopfen ist keine Düngung erforderlich. Anschließend können von April bis September Flüssigdünger oder je einmal im Frühjahr und Sommer Stäbchen verabreicht werden.

Temperatur: Die Pachira lässt sich ganzjährig bei Zimmertemperatur kultivieren und sollte im Winter nicht für längere Zeit unter 15 °C platziert werden. Kurzzeitig verträgt sie auch 10 °C.

Glückskastanie

Schneiden: An einem warmen Standort (>20 °C) ist der Rückschnitt ganzjährig möglich.

Luftfeuchtigkeit: Mit trockener Raumluft hat die Glückskastanie kein Problem. Durch das gelegentliche Besprühen oder Abduschen lassen sich ihre Blätter vom Staub befreien.

Vermehren

Die Vermehrung durch Stecklinge ist nicht aufwändig, es kann aber mehrere Wochen dauern, bis sie bewurzeln. Es eignen sich dafür grüne oder verholzte Triebe. Sie können sofort nach dem Schnitt eingetopft werden.

Pachira-Steckling

Pachira-Steckling

Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, wenn Stecklingstriebe nach ein paar Tagen ihre Blätter verlieren. Sobald sie genügend Wurzeln haben um sich mit Wasser zu versorgen, erscheinen neue.

Besonderheiten

Leider wird die Pachira auch mehr oder weniger eng geflochten angeboten. Diese Form der Kultur hält sie aber nicht lange durch, wie auf den Bildern in der Galerie unten zu erkennen ist. Besonders empfindlich sind übrigens die zu einem Hochstamm geflochtenen Exemplare.

Nicht kaufen.

Pachira geflochten

Geflochtene Pachira im Januar 2011. Nicht zu sehen ist …

Pachira-Stamm

… der Gummi, der die Stämme zusammenhält.

Pachira vertrocknet

Im Dezember 2012 waren die mittleren Triebe abgestorben.

Pachira-Stämme

Die Stämme der locker geflochtenen Exemplare lassen sich leicht trennen. Das wird man am besten sofort nach dem Kauf gemacht.

Pachira umgetopft

Sitzen mehrere Exemplare in einem Topf, hält man sie durch gelegentlichen Schnitt in Form.

Haben Sie eine geflochtene Glückskastanie erworben, sollten sie die Triebe so früh wie möglich trennen und ihnen entweder einzelne Töpfe gönnen, oder so pflanzen, dass sie sich nicht behindern.

Ob sich die Hochstämme, wie sie hier zu sehen sind, ohne Verletzungen trennen lassen, wage ich zu bezweifeln.

FAQ
  1. Die Pachira verliert ihre Blätter. Was sind die Ursachen?
    Wenn sie nur gelegentlich ein paar Blätter im unteren Bereich verliert, entspricht das ihrem Rythmus.
    Werden viele Blätter abgeworfen können Lichtmangel, Staunässe, Kälte sowie eine Kombination daraus die Ursache sein.
  2. Der Stamm ist weich, ist sie noch zu retten?
    Nicht in dieser Form. Aber grüne und noch gesunde Triebe können wie oben beschrieben als Stecklinge verwendet werden.
  3. Die Blätter sind mit einer klebrigen Flüssigkeit überzogen.
    Das ist eine Reaktion auf Schädlinge wie Woll- oder Schildläuse.
  4. Von den Blattspitzen tropft Wasser.
    Dabei handelt es sich um Guttation, die Pachira schwitzt und scheidet überschüssiges Wasser aus. Zu feuchtes Substrat kann, muss aber nicht die Ursache dafür sein. Häufig geschieht das „einfach so“ bei feuchtwarmem Wetter.
  5. Es bilden sich braune, schwarze oder gelbe Flecken auf den Blättern.
    Eine genaue Diagnose ist ohne Bild unmöglich und mit schwierig. Das kann ein Pilz oder der Befall mit Viren sein.
  6. Auf der Erde bildet sich ein weißer Belag.
    Das ist Schimmel. Er entsteht bei dauerfeuchtem oder nassem Substrat. Die oberste Schicht entfernen und das Substrat zwischen den Wassergaben gut antrocknen lassen.
  7. Auf der Erde leben kleine schwarze Fliegen.
    Dabei handelt es sich um Trauermücken. Die lassen sich mit Gelbtafeln oder dem deutlich attraktiveren Fettkraut, einer fleischfressenden Pflanze bekämpfen.
    Sie legen ihre Eier in der Erde ab, darin leben die Larven. Das lässt sich durch eine dünne Schicht Sand oder Kies verhindern.

* Das ist eine Unterfamilie innerhalb der Malvengewächse (Malvaceae). Zu ihr zählen auch die Affenbrotbäume (Adansonia).

Zimmerpflanzen Pflege:

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12 Kommentare

  1. Steven sagt:

    Ich habe vor ca einem jahr eine ungefaehr 1,20 hohe Pachira (oberkante Topf) erstanden.
    Ich bin mir selber bekannt , das ich in kuerzester zeit jedes lebewesen in meiner umwelt vergraule. (Ehefrauen , Freundin , Kakteen , Plastikblumen)

    Nun bin ich erstaunt das dieses Ding ueberlebt hat.
    Und sogar in hoehe noch einige cm zugelegt hat.

    Ich habe das Baeumchen seinerzeit aus seiner plastikwanne befreit und umgetopft , so hat man mir gesagt ich sollte es machen . Nun steht eine neue Erfrischung der erde an , alldieweil . das wasser laeuft konsequent durch und wird nimmer gespeichert.
    Nun zu meiner aussage als solches .
    Ich als absoluter Planzennoob sage hier mal so da lass , das dieses kleine schicke baeumchen auf jeden fall als gut zu pflegen durchgeht , auch fuer nichtkenner.
    Nebenbei sieht es auch gut aus , und es waechst auch bei mittelmaessiger pflege ansehnlich.

    In einem Jahr ca 5-8 cm gewachsen in der hoehe .
    Blattwerk hat sich enorm vervielfacht, musste nur wenig braune zupfen .
    Seitens der Dichte sag ich einfach mal hat es sich verdoppelt .

  2. Terrem sagt:

    Also ich hab vor zwei Jahren zu Weihnachten ein geflochtenes Exemplar zu Weihnachten bekommen. Es ging der Pflanze immer supergut, sie ist unheimlich schnell gewachsen. (In den zwei Jahren hat sie sich fast verdoppelt).
    Nach einem Jhr hab ich sie etwas zurecht gestutzt, weil ich dachte, dass sie dadurch etwas voller wird. Weitergewachsen ist sie auch, nur an der Stelle, wo ich sie abgeschnitten hab wachsen vielleicht 10 – 15 cm keine Blätter mehr, bevor es dann wieder losgeht. Es sieht aus als hätte die Pflanze zwei Etagen…

    Aber das nur nebenbei, eigentlich wollte ich etwas anderes fragen, seit zwei Wochen fängt die „untere Etage“ an, gelbe Blätter zu kriegen, welche reihenweise abfallen. Der oberen Etage geht es gut. Ich gieße nicht zu viel, im Gegenteil ich bin manchmal etwas nachlässig. Jetzt hab ich in der Blumenerde kleine Tierchen entdeckt, es sind allerdings kleine weiße Tierchen. Also vermutlich keine Trauermücken. Sie bewegen sich ziemlich schnell, fliegen oder hüpfen aber nicht (also keine Springschwänze denk ich), so weit ich das sehen konnte.
    Könnte es daran liegen, dass die Pflanze Blätter verliert? Was kann ich dagegen tun?
    Was könnten es für Tiere sein?
    Und gibt es eine Erklärung dafür, warum die Pflanze nach dem Zurechtschneiden zwei Etagen entwickelt hat? Ich würd sie ja gern nochmal stutzen aber trau mich nicht wirklich.

    Vielen Dank im Vorus,
    Terrem :)

    • Frau-Doktor sagt:

      Fangen wir mit den Tierchen an: Der Beschreibung nach zu urteilen handelt es sich doch um Springschwänze. Nicht alle Arten springen. Zur Bekämpfung den Topf für ein paar Stunden in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen und die Tierchen nach und nach abschöpfen.

      Dass die Pachira sich im Laufe der Zeit von ein den unteren Blättern trennt, ist kein Grund zur Beunruhigung. Solange Stamm und Wurzeln gesund, also fest sind. Manchmal werden Blätter abgeworfen, die nur wenig Licht erhalten und der Pflanze „nichts bringen“.

      Die 2 Etagen dürften mit den Lichtverhältnissen zu erklären sein. Der neue Trieb hat erstmal gecheckt, wo es hell genug ist um Blätter auszubilden. So kompakt wie nach dem Kauf bleiben Pflanzen in der Wohnung meist nicht lange. Im Gegensatz zum Gewächshaus, wo sie gut ausgeleuchtet wurden, damit sie schnell wachsen, sind die Lichtbedinungen im Zimmer recht einseitig. Oder sie wurden mit Wuchshemmern behandelt und die Wirkung hat nachgelassen.

      Die Pachira hat sich beim mir als schnittverträglich erwiesen. Wenn Sie jetzt wieder schneiden kann es aber sein, dass die Triebe aufgrund Herbst/Winter erneut in die Länge wachsen.

  3. Clasme sagt:

    Hallo.

    Ich habe vor ca einem halben Jahr die Pachira von meiner Mutter übernommen. Sie wollte die Pflanze nicht mehr haben und hat sie komplett runter geschnitten (alle Blätte ab bis zum Stamm) und sie in ein „kaltes“ Zimmer gestellt und nicht mehr gegossen. Nachdem ich sie mit einem kleinen neuen Trieb gefunden habe, habe ich sie liebevoll bei mir aufgenommen. Sie bekommt jetzt auch wieder ein schönes Blätterdach nur sind alle Blätter sehr hellgrün nur. Liegt es daran, dass ihr irgendwelche Nährstoffe fehlen? Reicht es sie einfach zu Düngen oder ist es ein ganz anderes Problem?

    • Frau-Doktor sagt:

      Wenn die Blätter gelblich-hellgrün und leicht transparent sind, aber noch dunkle Adern haben, könnte in der Tat Nährstoffmangel die Ursache sein. Dagegen hilft umtopfen oder düngen. Vielleicht haben die Wurzeln im kalten Zimmer gelitten?

      • Clasme sagt:

        Ich habe der Pflanze jetzt neue Erde gegeben und sie gedüngt. Hoffentlich wird sie jetzt wieder stark. Ich habe sie mit saftigen, kräftig grünen Blättern in Erinnerung und jetzt ist sie halt hellgrüne Blätter. An manchen Blätterspitzen bekommt sie vertrocknete Stellen, aber halt nur an den Spitzen, liegt das auch alles daran?

        • Frau-Doktor sagt:

          Die neue Erde hätte gereicht, da so gut wie alle Mischungen Dünger enthalten.

          Braune Blattspitzen sind kein Grund zur Beunruhigung, wenn sie nicht an allen Blättern auftreten. Meine Pachira hat auch welche, im unteren Bereich.

          Viel Erfolg noch mit dem Aufpäppeln.

  4. Max sagt:

    Hallo zusammen,

    ich habe eine etwa 2,20m hohe (leider geflochtene und schräg gewachsene) Pachira die mir ein wenig sorgen bereitet.

    Sie verliert im unteren sowie im oberen bereich blätter und hat viele braune flecken.

    Schimmel: Nach ausführlichen lesen des Blogs hier, bin ich auf den trichter gekommen, dass ich meine Pachira übergossen habe. Indizien dafür: Oben auf der Erde hatte sich eine weiße Schimmel? -Schicht gebildet. Nach entfernen dieser schicht habe festgestellt, dass auch die restliche erde mit weißen pünktchen überseht ist (auch am Topfboden).

    Luftfeuchtigkeit: Die Pachira steht bei mir im Schlafzimmer, wo die Luftfeuchtigkeit auch mal über 70% ansteigen kann, insbesondere nachts. Tagsüber liegt sie zwischen 50-65%.

    Düngen: Anfang März habe ich ihr etwa 5-6 Düngerstäbchen verabreicht. Zudem habe ich sie etwa alle 4-6 Wochen mit einwenig flüssigdünger versorgt.

    Meine Überlegungen zur Verbesserung der Lage:

    1) Die Pachira mit neuer frischer Erde versogen / Umtopfen. Da sie sehr groß ist, bin ich nicht sicher ob ich es schaffen werde, die erde vollständig auszutauschen bzw. den schimmel von der wurzel abzuspülen.

    2) Die Pachira steht heute zum ersten mal auf dem Balkon, damit der Topf bzw. die erde ein wenig sonne abbekommt und dadurch vielleicht besser austrocknen kann.

    3) Heizung etwas aufdrehen um die die Raumluftfeuchtigkeit zu senken, um somit das austrocken (kurzfristig) zu beschleunigen.

    Meine Fragen:

    1) Wie oft und wieviel Dünger braucht meine Pachira (2,20m)? Gibt es eine empfehlenswerte Düngermarke?

    2) Wie schädlich ist Hausstaub auf den Blättern?

    3) Wieviel stunden Sonne braucht die Pachira? Aufgrund ihrer größe steht sie an einem halbschattigen ort mit möglicher direkter sonneneinstrahlung bis max. 10 Uhr.

    Fotos kann ich gern zuschicken bzw. Public-Link von meiner Dropbox aus teilen.

    Wie sollte ich am besten vorgehen um meine Pachira zu retten?

    Viele Grüße,

    Max

    • Frau-Doktor sagt:

      Die weißen Pünktchen in der Erde könnten Perlite sein, ein Zuschlagstoff zum Aulockern.

      Mir ist keine geflochtene Pachira bekannt, bei der nicht einzelne Stämme nach einiger Zeit absterben. Wäre diese Form der Gestaltung sinnvoll, würde sie wohl auch in der Natur vorkommen. Wild wachsend habe ich geflochtene Pflanzen noch nicht gesehen :-)

      Die Luchtfeuchtigkeit dürfte nicht das Problem sein.

      Die Pachira verträgt Halbschatten, wächst dort aber langsamer und braucht, je nach Temperatur, weniger Wasser. Schlafzimmer klingt kühl für mich. Nasse Füße und niedrige Tempertaruen sind ungünstig.

      Was sich von der alten Erde leicht lösen lässt, würde ich entfernen. Dabei können Sie kontrollieren ob die Wurzeln fest oder matschig sind und die verfaulten entfernen. Falls vorhanden. Wenn die Stämme nicht nicht weich sind, können sie neue Wurzeln bilden.

      Den Topfballen in eine durchlässige Mischung pflanzen, zum Beispiel Blumenerde mit Tongranulat 2:1.

      Pauschale Angaben zum Düngen gibt es nicht. Pflanzen gehen aber bei Nährstoffmangel, der nach meinen Beobachtungen seltener auftritt als es der Industrie lieb ist, nicht sofort ein. Sondern bleiben kleiner oder wachsen langsamer. Auch wenn sie die in Büchern so gerne gezeigten glasigen Blätter, die durch Eisen- oder sonstige Mangelversorgung verursacht werden zeigen, bedeutet das nicht ihren Tod.

      Da alle Fertigerden vorgedüngt sind und auch das Tongranulat, müssen Sie im ersten Jahr nach dem Umtopfen nicht düngen. Wie auch neu gekaufte Pflanzen, die vom Züchter mit ausreichend Nährstoffen versorgt wurden. Topfpflanzen düngen –>

      Staub auf den Blättern ist nicht schädlich, wenn er sich dort nicht zentimeterdick ansammeln darf. Wöchentlich abstauben müssen Sie nicht.

      Die Pachira kommt auch ganz ohne Sonne aus, wenn sie direkt hinter dem Fenster oder eine Balkontür steht. In der Sonne wächst sie kompakter als im Halbschatten, wo die Abstände zwischen den Blättern größer sein können.

  5. Caro sagt:

    Hallo, habe jetz meine Glückskastanie seit 4 wochen. Habe sie umgetopft, als ich sie vom baumarkt gekauft habe. Habe sie bisher einmal (schnapsglas voll) gegossen. Nur leider werden ihre blätter hellgrün,gelb,bräunlich und fallen ab. Sie bekommt dazwischen aber auch vereinzelt kleine neue triepe. Was mache ich falsch?